5.3.14

ZWISCHENZEIT



In den folgenden Wochen kommen hier einige Gäste zu Wort, die das, was ich heute gerne sagen würde, viel treffender formulieren. Mir fehlt derzeit die Gabe Worte zu kombinieren bzw. die Ruhe im Kopf für das, was ich gerne ausdrücken wurde. Ein Knoten, da oben, eben.
Ich möchte es trotzdem versuchen.
Völlig frei von religiösen Zwängen und Verzichtserklärungen möchte ich für die nächsten Wochen meine Ernährung  umstellen. Ich bin jemand, der sich (gerne) in Extremen bewegt. Es gibt Phasen in meinem Leben, da arbeite ich extrem viel - bis zu vier Monaten am Stück - ohne einen Tag frei. Und dann gibt es Phasen, in denen ich gerne einfach faul bin, wie auf unserer langen Reise, vor kurzem. 
Ähnlich verhält es sich mit dem Essen. Wenn ich Stress habe, esse ich sehr unregelmässig bis gar nicht. Dann vergesse ich schlichtweg zu Essen, versuche aber dennoch - wenn ich es einmal nicht vergesse - mich gesund zu ernähren. Geht es mir hingegen sehr gut, esse ich auch gerne einmal zu viel. Weil ich esse gerne. Ich esse nicht aus Hunger, sondern weil es mir schmeckt. Weil ich das Prozedere des Einkaufens, des Schnippelns und des Zubereitens liebe und weil ich gerne für andere koche und gerne mit anderen stundenlang an einem Tisch sitze und esse. 
Ich esse gerne gesundes Fleisch, ich esse gerne ein Stück Kuchen zu viel,  trinke viel zu viel Kaffee, streiche mir die frische Butter gerne daumendick aufs Brot und Käse esse ich pur vor dem Schlafen gehen. Ich mag einfaches Essen, ohne viel Schnickschnack. Ein Stück rohen Fisch, in Sesam gerollt und durch Sojasosse gezogen. Drei Zutaten, so einfach, so gut, himmlisch.

Zurück zu den Extremen. Ich liebe es so zu leben und der Mann an meiner Seite auch, zum Glück (anders wäre das auch gar nicht möglich). Und so lange man keine kleinen Zwerge hat, mag dies auch durchaus praktikabel sein. Irgendwann wird das ein Ende haben, aber auch diese Zeit wird gut werden, da bin ich mir sicher.

Was mir in letzter Zeit allerdings fehlt ist ein klarer Kopf und die Ruhe einen guten Gedanken zu Ende zu denken. Ich kann nicht einmal mehr in Ruhe einen Berg hinauf gehen und das nagt an mir, sehr!

Für die  Z w i s c h e n z e i t  habe ich mir daher eine klare Regel gesetzt: ich möchte mich vegan ernähren! Ich glaube klare Regeln zu brauchen, damit ich meine Ruhe zurück bekomme. Und auf tierische Produkte zu verzichten ist eine ziemlich klare Regel. 
Anfangs wollte ich nur Fleisch und Süsskram aussen vor lassen, vielleicht noch Kaffee, Honig, hmm vielleicht, dies und jenes. Das war mir zu Wischiwaschi. Darum habe ich mich für vegan sein entschieden, ohne Ausnahme (also bis Ostern nur). Gut, vegane Ernährung mag für einige nichts besonderes sein. Für mich schon! Aber so bin ich, ich stelle mich gerne schweren Herausforderungen und ich bin gerne streng zu mir selbst (zu anderen nicht, ganz ehrlich). Ich weiss noch nicht was es auslöst und ob es überhaupt etwas auslöst. Ich weiss nur, es wird mir schwer fallen, besonders das Butterbrot und der Käse. Scheitern nicht ausgeschlossen. 
Besagter Mann belächelt mich seit meiner veganen Ansage und er wird es sich nicht nehmen lassen in dieser Zeit besonders viele Wienerschnitzel mit Preiselbeer in meiner Anwesenheit zu brutzeln und zu verzehren. 

Jetzt habe ich einiges geschrieben, gereiht, gelistet und doch nichts gesagt. Vieles macht irgendwie auch keinen Sinn und scheint aus dem Zusammenhang gerissen. Und es ist noch immer nicht das, was ich gerne gesagt hätte. Aber einige Menschen werden das bis Ostern hier an diesem Ort für mich tun, ohne dass sie es vorher wussten und das finde ich schön.

Nun endlich zur  Z w i s c h e n z e i t . Ich habe einige liebe Damen gebeten mir für die kommenden Wochen Gerichte zu schicken, die uns bis Ostern hier dreimal in der Woche serviert werden. Es sind nicht alle vegan, aber das ist gar nicht schlimm (war auch keine Vorgabe). Im Gegenteil, es hat mich gefreut zu sehen, wie jeder für sich seinen ganz persönlichen Weg gefunden hat.
So ist eine kleine feine Runde zusammen gekommen, die mir sehr am Herzen liegt. Teilweise haben die Beiträge meine Erwartungen übertroffen und mich sehr berührt. Dafür möchte ich mich bedanken, sehr!

Los geht´s, ich bin gespannt auf die  Z w i s c h e n z e i t , was sie bringt und zurück lässt und Ihr dürft es auch, habt eine gute, gesunde und muntere!





Bilder Matimuk, Text T.

Kommentare:

  1. bin gespannt... und brauch noch a bisserl...

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    1. detto
      hach, der käse ist immer der käse ...

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  2. Flitzebogen, ich jetzt. Gespannt bis zum Anschlag auf alles was kommt. Und kann Deinen Worten gut folgen, der Knoten wird sich bestimmt entwirren. Tut er bei mir auch jedes Mal. Alles nach/zu seiner Zeit.

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  3. oh, ich habe ganz ähnliche essgewohnheiten, manchmal leicht abgewandelt (<- der kleine zwerg). hut ab vor deinem vorhaben und eine genussvolle, entdeckungsreiche zeit!

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  4. ich wünsche dir eine wunderbare, erholsame, freudige und knotenlösende Zwischenzeit und bin schon gespannt, was hier in den nächsten Tagen und Wochen passieren wird. Vor-freudig! Hab es schön! Liebe Grüße, Theresa

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  5. Liebe Tine,

    ernähre mich seit 6 Monaten unter der Woche vegan. Die Testphase war 2 Wochen und danach habe ich festgestellt, dass ich dies länger machen möchte. Und was soll ich sagen: Es ist sehr einfach und sehr schwierig zugleich.
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Durchhaltevermögen und natürlich auch die positiven Seiten, wie zB dass es tatsächlich "Flügel verleiht".

    Liebe Grüße

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    1. danke
      das spornt mich an
      heute gab es schon den ein oder anderen schwierigen moment ; )

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  6. Ich freue mich auf die Zwischenzeit und wünsche dir ein gutes Durchhaltevermögen und viele Erfahrungen!
    Sei lieb gegrüßt!

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  7. Die Fastenzeit kam auch dieses Jahr wieder sehr überraschend. Ich habe keinen wirklichen Plan, weiß jedoch, daß Alkohol und Süßigkeiten ganz sicher auf meiner Verzichtsliste stehen.
    Dir wünsche ich Kraft durchzuhalten und bin gespannt, wie Du diese Zwischenzeit erlebst.

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  8. Oh, jetzt bin ich ganz gespannt. Leider habe ich nicht geschafft, etwas beizutragen, aber Gedanken habe ich mir so oder so gemacht, was mir wohl gut tun würde (nicht nur wegen der Fastenzeit). Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei den neuen Entdeckungen und gute Entwirrung für den Knoten!

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  9. streng sein mit sich selbst, schwere herausforderungen stellen, zu viel, zu wenig......es kommt so bekannt vor. freu mich auf deine fastenzeit. lg, éva

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  10. gedanklich d a
    und ziemlich gespannt
    zwischenzeit klingt gut

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    1. und ich könnt mich kaputt lachen übers schwein :)

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  11. Ich bin sehr gespannt auf was da kommt, dazwischen. Das Vegane ist übrigens gar nicht so schwer, wie gedacht. Zugegeben, ich praktiziere es nur zur Hälfte, aber der Mann, der es gerne strikt hat, veranlasste ein Umdenken im Kochen. Für vieles gibt es hervorragenden Ersatz!

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  12. DAS SCHWEIN - IS JA MEIN LIEBLINGSTIER.

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    1. soll ich jetzt mal grausam sein?
      das ferkel stand auf unserem chilenischen weihnachtstisch
      jeden morgen sprang es vor mir her
      am 24.12. war kein ferkelchen mehr zu sehen
      aber es hatte ein glückliches freies leben
      und so hat es auch geschmeckt

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  13. Ich glaube man kann leichter radikal als nur ein bisschen auf etwas verzichten. Denn wenn schon, dann richtig. Also Tine, alles richtig gemacht!
    Und ein kleiner großer Tip von einer Freundin: Cashewnüsse sind das Wundermittel in der veganen Küche!

    Ich bin gespannt, was die Zwischenzeit hier in den nächsten Tagen und Wochen alles bringen wird!

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    1. Oh ja, Cashews - auch sehr gut für vegane Sahne.

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  14. Klare Regeln, Konsequenz - wie schwer, wie wahr... ich wünsche glückliches Gelingen. Lieben Gruß zu Dir. Iris

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Merci.