28.3.14

MÄRZGIPFEL

Das die Gipfel im März sich um die Zwischenzeit drehen liegt nahe. Einige von Euch fragten mich in Mails wie es mir geht, ob es mir schwer oder leicht fällt und ob ich überhaupt noch dabei bin. Ja, klar! Darum war lange der Plan das Gipfeltreffen im März für einen Zwischenbericht zu nutzen (jetzt habe ich ja immerhin schon fast die Hälfte), aber ich habe mich dagegen entschieden, denn er würde die vegane Seite nicht so gut dastehen lassen und ich möchte der Geschichte noch eine Chance geben. Ausserdem habe ich auch immer gesagt, dass ich das nur für mich mache und nicht um meine Gefühle in der Öffentlichkeit breit zu treten. Vielleicht gibt es am Ende ein kurzes Fazit, ja. 
Aber doch ganz kurz: ich habe auch positive Erfahrungen und Entdeckungen gemacht, gewisse Dinge fehlen mir jedoch - Käse. Dieses Produkt ist einfach durch nichts zu ersetzen und es tut mir leid, Sojakäse kann ich in diesem Fall aus ethischen Gründen nicht vertreten. 
Genug damit. Unten gibt es eine kleine Liste an Dingen, die positiv hängen bleiben und mich über Wasser halten. Für weitere Erfahrungsberichte, Tipps und Ideen eurerseits bin ich stets zu haben, nur zu. Schreibt mir bitte gerne hier oder per Mail.


Schokolade geht doch
Ja, es gibt tatsächliche eine, die ich nach dem Studieren der Inhaltsstoffe nicht wieder enttäuscht ins Regal zurück knalle: Excellence 90% von Lindt. Marleen gab mir diesen Tipp, vielen Dank. Wobei ich zugeben muss, dass ich wirklich kaum noch Schokolade esse.


Schokokuchen auch
Normalerweise überzeugt mich ein Kuchen schon in seiner teigigen Phase. Wenn ich die Teigschüssel auslöffeln könnte, dann wird auch der Kuchen eine Wucht, ganz sicher. Bei diesem Exemplar hat mich die rohe Mischung ziemlich angewidert. Frisch aus dem Rohr hat sich die Situation nicht wirklich verbessert. Aber: dieser Kuchen reift mit dem Alter. Von Tag zu Tag haben wir uns angenähert. Und nach über einer Woche, als nur noch ein Stück vorhanden war, hat er fabelhaft geschmeckt. Von Stunde zu Stunde wird er saftiger und aromatischer, der vegane Schoggikuchen von Rolf Hiltl aus Zürich.


Pommesliebe
Das ich weiterhin Pommes essen darf, hat mich richtig gefreut. Sogar mit Ketchup, yeah! Ich weiss nicht warum, aber sie geben mir so ein Gefühl, dass ich auch noch zu den anderen (nicht veganen) Essern gehöre, obwohl sie völlig frei von tierischen Inhaltsstoffen sind. Das selbst gemachte besser und gesünder sind als diejenigen aus Tüte und Ölbad ist nichts Neues. Bei mir kamen sie schon immer aus dem Rohr, wie bei meiner Mama. Auch wenn ich als Kind nie verstanden habe, dass alle anderen Mamas eine Fritteuse haben, nur wir nicht. Mittlerweile habe ich es kapiert und führe die Backofenpommestradition weiter. Es gibt unzählige Varianten und es fallen nicht nur Kartoffel-, sondern ebenso Wurzelgemüsestreifen mit aufs Blech. Was ich gelernt habe: auch Pommes kann man in unzähligen Varianten zubereiten, wie zum Beispiel die leckeren Kreuzkümmel-Pommes von Löffelchen voll Zucker.


Gleichgesinnte
Kurz nach meiner Offenbarung gab mir Nina einen Link mit auf den Weg, den ich bis dato nicht kannte: Katharina Seiser von Esskultur hat sich bereits diesem (meinem) veganen Experiment gestellt. Es macht mir grosse Freude hier hin und wieder zu lesen und ich muss oft Schmunzeln, weil ich vieles so gut nachvollziehen kann. Eine schöne Lektüre mit realistischen Ansichten. Denn nur wer das wirklich ausprobiert, kann darüber urteilen und Katharina Seiser tut dies sehr sehr ehrlich und süffisant. Ihre Annahmen, die sie am ersten Tag aufgestellt hat, kann ich zu 100% bestätigen. Unbedingt lesen.


Sprossen ziehen
Eine positive Erfahrung bzw. Erinnerung, die ich in letzter Zeit gemacht habe ist das Sprossen ziehen. Als Kind stand bei uns schon immer so ein Gefäss - wenn auch kein so schönes wie dieses - in der Küche und ich hatte das wirklich total vergessen. Sprossen habe ich in den letzten Jahren immer fertig gekauft. Aber es ist so herrlich einfach sie selbst zu ziehen und es ist mir heute wie damals eine Freude diesen kleinen Dingern beim keimen zuzusehen. Das werde ich definitiv weiter treiben.


Weltbester Pizzateig
Pizza ist neben oben genannten Pommes mein "veganes Junkfood". Wobei hier - im Gegensatz zu den Pommes - der Unterschied schmerzlich spürbar ist - kein Käse! Dennoch nehme ich etwas Positives mit: ich habe den besten Pizzateig der Welt entdeckt! Ich habe mich schon durch viele Pizzateige geknetet und keiner konnte mich annähernd zufrieden stellen. Ehrlich gesagt hatte ich die Suche schon aufgegeben und mich damit getröstet, dass es nicht an den Rezepturen, sondern am Ofen liegt. Ein guter Pizzateig kann nur in einem Steinofen gedeihen, so war meine Meinung. Falsch! Der Pizzateig von The Green Kitchen ist Bombe! Und so einfach. Das erste Mal fühle ich mich wie eine italienische Pizzabäckerin. Der Teig wird so geschmeidig und lässt sich sogar von mir dünn wie Seide aufs Blech legen und das Resultat ist besser als 95% aller professionellen Pizzen, die ich bisher verspeist habe. Ich sage nur: knusprig! Gut, es gibt auch Menschen, die die Pizza gerne lätschig haben, ich nicht und ich werde ab sofort keinen anderen Pizzateig mehr machen und freue mich schon jetzt wenn ich endlich wieder den Käse darauf schmelzen sehe.


Sauerkraut mit Ölivenöl-Senf
Sauerkraut liebe ich ja, natürlich gerne mit einem Stück gesunden Speck. Aber es hat mir auch schon immer roh geschmeckt. In letzter Zeit esse ich es öfter direkt aus dem Glas. Durch Zufall hat sich eine Senf-Olivenöl-Mischung dazugesellt. Wie? Ich hatte zuvor Kartoffeln mit Olivenöl im Teller und verspürte noch einen leichten Hunger. Ich lud mir einen Löffel Sauerkraut mit einer Senfhaube dazu und der Rest des Olivenöls vermischte sich mit diesem. Ungewollt und so lecker. Seither eine neue Leibspeise: Ölivenöl-Senf mit frischem Sauerkraut. Probieren. Und sehr fein ist ja auch die Sauerkrautsuppe aus dem SZ-Magazin, in dieser Variante allerdings erst wieder nach Ostern.


Für unterwegs
Wenn ich unterwegs mal schnell ein Hüngerchen verspüre, ist es derzeit ein bisschen anstrengend. Es heisst immer vor- und mitdenken und etwas dabei haben. Gekauft greife ich gerne auf den Cashew-Cranberry- Mix von Alnatura zurück. Aber ich bin ja ehrgeizig und möchte soviel als möglich selbst machen. Da habe ich zwei Tipps. Zum einen die Granola-Bars von Chestnut & Sage, die wirklich so schnell gemacht und perfekt für jeden kleinen Hunger sind. Und Zelten vom Martin Dalsass, dem charmantesten Koch der Welt - wie ich finde. Ebenso schnell gemacht, unschlagbar gut und nahrhaft bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Aber alles was gut ist braucht eben seine Zeit, daher müssen die Zelten eine Weile (drei bis vier Wochen) in sich Kehren bis sie perfekt sind, dafür halten sie ewig.


Lektüre
Alles in Allem muss ich zugeben, dass ich mich vorab nie in das Thema der veganen Ernährung eingearbeitet habe, da ich mich wirklich sehr spontan dazu entschieden habe. Ich habe keine Bücher gelesen/gekauft und keine Blogs studiert. Ich wachse da hinein und lerne jeden Tag ein bisschen mehr, z.B. dass ich vieles Esse, was ich bisher eigentlich auch gegessen habe, nur einfach mehr davon und in anderen Variationen. Das einzige Buch, welches ich mir im Nachhinein für diese Zeit zugelegt habe ist - ja, ihr kennt es bereits alle - The Green Kitchen. Ich bin kein Fan vom Kochen und Backen nach Rezepten, mir fehlt es da an Gefühl und Spontanität. Aber die beiden mag ich, weil sie nicht die vorzeige Gesundheitsapostel sind, die ihre Lebensweise für die einzig Wahre halten. Sie kennen auch die andere Seite. David war einmal ein ungesunder Vegetarier und Luise eine gesunde Fleischesserin. Das macht sie mir so sympathisch. Genau wie ihre Rezept(ideen), die leicht variiert und nach Gusto abgeändert werden können. Ebenso mag ich, dass die beiden zugeben, dass viele Produkte teuer sind, weil eines stimmt wirklich: eine reine und zugleich vielseitige vegane Ernährung ist im Vergleich zu einer gesunden normalen Ernährung kostspielig (in beiden Fällen spreche ich von Produkten aus ökologischem Anbau - wenn möglich aus meiner direkten Umgebung)! Belehrt mich gerne eines Besseren…


Und hier noch einige Pfade, die in der Zwischenzeit meinen Weg kreuzten:



Und sonst? Sonst geht es mir gut. Drückt mir die Daumen für meinen neuen Job, in einem der Lieblingsbüros, an einem der Lieblingsorte und der Name fürs eigene steht auch - endlich - ich kann es kaum glauben und will endlich umziehen!


Habt es gut!





Bild Matimuk, Worte T.

Kommentare:

  1. Ti, die Daumen sind gedrückt! Fest, ganz fest.
    Und Deine Gedanken, nachvollziehbar. Ich denke, auch das gehört dazu, das Scheitern, im Kleinen und Großen. Das Auseinandersetzen damit, was für einen sinnvoll ist und warum. Das Überprüfen, das Neubeginnen. Ich bin auch schon mehrfach im Kleinen gescheitert mit meinen Vorhaben, habe gemerkt, drei Dinge sind zuviel. Eines wurde wieder reingenommen, mit den anderen beiden geht es weiter.
    Genau die Dinge, die Du aufzählst, würden mir bei veganer Ernährung auch fehlen. Und viele "Ersatzprodukte" sind derart verarbeitet, dass ich mich frage, was es für meinen Körper als Mehrwert hat. Es sterben dafür dann keine Tiere, aber mir selbst tue ich auch nichts Gutes. Soweit meine GEdanken bis jetzt. Bin da noch nicht am Ende...

    Hab eine sonniges Wochenende.
    Ahoi aus dem Norden :)

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    1. danke für deine daumen : )

      "ersatzprodukte" gehen gar nicht
      du sagst es
      das ist alles so hingewürzt und durchgenudelt und zurecht gemacht
      und in der masse muss es ja auch irgendwo herkommen
      gewissen veganen dingen trau ich ebenso wenig über den weg wie abgepacktem supermarktfleisch

      ich bin gespannt auf deine gedanken..

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  2. Oh ich drücke ganz fest mit!!! Umzüge sind aufregend, ich stecke ja immer noch mitten drinnen, es mag nicht enden...aber der Backofen geht, die Pommes darin werden perfekt und ich kann sie mit kindlicher Freude in Ketchup ertränken, was will ich mehr, denn endlich habe ich meine Backofenpommes-Schwester im Geiste getroffen ;) Das Buch von Green Kitchen Stories habe ich mir übrigens auch gekauft und mag es ebenso gerne aus ganz ähnlichen Gründen, wie Du.

    Einen guten Start in das sonnige Wochenende wünsch ich Dir!
    Julia

    ...und ich freu mich, dass die Müsliriegel gut geworden sind!

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    1. danke danke danke
      backoffenpommes schwester im geiste gefällt mir sehr : )

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  3. Liebe Tine, wünsche Dir weiterhin gutes Durchhalten und denke daran viel Hülsenfrüchte essen und Buchweizen z.B. kasia mit Pilzen, das hat unglaublich viel Eiweis und auch Magnesium. Ich halte mich manchmal an die makrobiotische Küche. Nüsse sind auch ganz wichtig: Mandelmuss, Tahin und Erdnussbutter sättigen sehr.
    Bin ja nicht vegan, aber schon lange Vegetarierin, und ich muss zugeben, dass mir immer Anfang eines Jahres irgendwas fehlt im Körper, bin schlapp und mir wird schnell schwarz vor Augen. Geholfen hat dabei ein kräftiges Frühstück mit Cranola oder Haferflocken. Oft trinke ich auch Miso Suppe mit Gemüse und Reisnudeln, das stärkt irgendwie.
    Und ganz wichtig-keinen Pfefferminztee trinken! Hat mir eine Yogafrau angeraten, davon ist mein Blutzuckerspiegel immer in den Boden gesunken, seitdem ich darauf verzichte gehts mir besser!

    Wunderbares Wochenende Dir!

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    1. liebe andrea
      danke für deine vielen ratschläge
      so lieb

      aber eines muss ich ehrlich sagen
      p f e f f e r m i n z t e e
      nee wirklich
      ich verzichte auf so viel
      aber den - den kann ich nicht auch noch aufgeben

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  4. Liebe Tine,

    oh ja... in einigen Punkten ist es mir ganz ähnlich ergangen. Was mir nur gar nicht fehlt ist der Käse auf der Pizza, ich mag sie inzwischen einfach lieber ohne. Ansonsten denke ich manchen Tagen oh wie einfach.... und an anderen, dies ist eine größere Herausforderung als mein Studium damals..... Nun ja.
    Was mir hilft sind Nüsse in allen Varianten und ja, ich weiß, diese sind nicht fettarm....

    Halte gut durch und es ist schön von Dir zu lesen.

    LG
    I.

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    1. da hast du recht liebe ines
      ohne k schmeckt sie mir inzwischen auch
      vorallem mit d e m teig : )

      und danke für den letzten satz
      der freut mich wirklich sehr

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  5. gedrückter daumen danke für die feinen hinweise.

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    1. danke ulmalein
      ich zähl auf deine daumen - es wäre zu schön
      und dann hätten wir sogar was gemeinsam
      aber das verrate ich jetzt nicht ; )

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  6. Antworten
    1. thank you so much
      i like your blog too

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  7. das klingt doch alles sehr nach einem gelungenem versuch:)

    juhu!

    ich klick mich mal eben durch ein paar noch unbekannte links und bin sehr gespannt, wie´s noch zu ende geht bei dir!

    vielleicht bleibst ja sogar teilweise dabei - wer weiß!

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    1. findest du?
      du machst mir mut : )

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  8. o ne, ersatzprodukte finde ich auch total überflüssig und so unecht.

    dein sprossentipp freut das herz.
    ich mache mich morgen dran / bislang jedes mal vorsichtigste nach hause transportiert, dabei geht es doch so einfach :).

    ebenso der pizzateig.
    aber auf den käse kann (könnte) ich n i c h t verzichten.
    ich habe ihn doch zu gern ;).
    tapfere tine!

    die grüne küche lockt schon länger, vielleicht mal zum sommer hin.


    ich klicke mich jedenfalls fröhlich durch deine links und grüße herzlich aus dem hohen norden!



    p.s. schön, dass du / ihr eurem traum näher kommt :)
    ich bin gespannt!

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    1. ja
      ein schritt vor
      ein schritt zurück
      hin und her

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    2. übrigens die ersten sprossen geerntet: fabulös!
      das erste mal diesen weltbesten pizzateig probiert: grandios!

      danke dafür jedenfalls!

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  9. ich klicke auch, immer auf der Suche nach Gesundem & Leckeren für unsere vegan-vegetarische-Salamiliebende-unddochabundzumalFleischessende Familie. Der (vegane) Mann schwört auf den Käse-Ersatz auf seiner Pizza, ich allerdings lasse lieber weg als zu ersetzen. Sowohl Käse als auch Ei funktionieren meiner Meinung nur im Original. Daher manchmal Zweierlei, für den einen ohne, für die anderen mit.
    Und sonst: werden die Daumen gedrückt! Ich bin gespannt :-)

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    1. dank dir liebe kathrin
      deine daumen kann ich gut gebrauchen

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Merci.